Umbrüche, Erfolge, Niederlagen - mein 2018

Umbrüche, Erfolge, Niederlagen - mein 2018
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Eine gute Freundin von mir amüsiert sich jedes Silvester, wenn ich wieder mal verlauten lasse, dass das kommende Jahr mein Jahr werden würde. Silvester 2017 hatte diese Freundin keinen Grund, sich zu amüsieren, dann das Jahr 2018 hatte mir eine Heidenangst bereitet. Vielleicht sollte es eines der entscheidendsten Jahre meines Lebens werden.


Der große Umbruch Nr. 1


Einige von euch werden wissen, dass ich meinen Lebensunterhalt als IT-Beraterin oder genauer als geschäftsführende Gesellschafterin der coni Unternehmensberatung GmbH bestreite. Seit 1991 bin ich selbstständig, seit 1993 arbeite ich mit meinem Kompagnon zusammen und 1998 ist daraus die GmbH entstanden. Seit 1999 hatten wir unsere Büros in Krefeld an einem konstanten Standort. Mein Kompagnon bereitet nun langsam seinen Ruhestand vor und so hieß es in diesem Jahr, sich neu aufzustellen. Nach nahezu zwanzig Jahren haben wir unser Büro aufgelöst und sind in ein Gemeinschaftsbüro gezogen. (Einen kurzen Bericht dazu gibt es auf meinem Firmenblog.) Nach den ersten Monaten in der neuen Konstellation kann ich feststellen, es ist ein gelungener Umbruch und ich fühle mich pudelwohl damit. Die Angst war also glücklicherweise nicht angebracht.

Der große Umbruch Nr. 2


Wunschleben

Wunschleben

Erschienen am 13. September 2018

Zu Jahresbeginn hätte ich nicht gedacht, dass ich diese Geschehnisse einmal als Umbruch bewerten würde. Schließlich ging es nur darum, dass mein erstes Buch auch endlich veröffentlicht würde. Etwas, das ich immer wollte. Ich hatte immer auf die richtige Gelegenheit gewartet und als der Größenwahn-Verlag mit Sewastos Sampsounis Interesse bekundete, war diese Gelegenheit gekommen. Okay, zum ersten Mal ein Buch in einem Verlag herauszubringen, ist eine neue Erfahrung, aber sicher kein Umbruch. Der eigentliche Umbruch kam stattdessen von hinten angeschlichen. Das sich etwas ändern könnte, wurde mir zum ersten Mal bewusst, als ich vor dem Buchstartevent zu »Wunschleben« mit einem Journalisten sprach und dieser anmerkte, dass dies so etwas wie ein zweites Outing sei. Ich benötigte eine Zeit, bis ich verstanden hatte, was er meinte. Der erste, sicherlich sehr große, Umbruch in meinem Leben ist schließlich schon 25 Jahre her und spielte keine besondere Rolle mehr in meiner Gegenwart. Aber genau dies war das Entscheidende. Nach der Veröffentlichung von »Wunschleben« sollte mein »männlicher Migrationshintergrund«, wie ich es gerne bezeichne, wieder in aller Munde sein. Plötzlich wurde ich von Menschen, die mich seit Jahren kennen, wieder als Frau gesehen, die mal ein Mann war. Eine Situation, die ich völlig unterschätzt habe und mit der ich erst wieder lernen musste umzugehen. Aber vielleicht war es genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dieses Buch zu veröffentlichen. Vor einigen Jahren hätte ich die Folgen nur schwer bewältigen können. Nun gelingt es mir ganz gut, auch wenn einige Kommentare in den sozialen Medien schon sehr verletzend sind.

Meine Bilder des Jahres



Die Erfolge


Tote Bosse singen nicht

Tote Bosse singen nicht

Der vierte Teil der Biene-Hagen-Reihe

Trotz der unerwarteten Seiteneffekte kann man die Veröffentlichung von »Wunschleben« sicher als einen der Höhepunkte meines Jahres 2018 sehen. Viele sagen, es sei immer noch mein bestes Buch. Das persönlichste ist es definitiv. Aber auch der vierte Teil der Biene-Hagen-Reihe »Tote Bosse singen nicht« ist ein Highlight. Hat er doch gezeigt, dass die Fangemeinde dieser Reihe stetig größer wird.
Neben den Büchern hat meine Bühnenkarriere Fahrt aufgenommen. Zu Beginn des Jahres hatte ich die erste Lesung im offiziellen Auftrag meiner Heimatstadt. Sie war ausverkauft und hatte ein begeistertes Publikum. Auf der Buchmesse Leipzig habe ich ebenfalls erstmalig einen 90-minütigen Workshop zum Thema »Wie man Lesungen wirklich rockt« abhalten dürfen und kann dies auf jeden Fall als Highlight und Erfolg verbuchen. Getoppt wurde dies alles aber vom Startevent für »Wunschleben«. Ich hatte einen großen Saal gebucht, den dann letztlich tatsächlich 110 Zuschauer füllten, denen ich zusammen mit dem Duo Zweisam ein begeisterndes Programm bieten konnte. Die Resonanz war überwältigend. Das Programm wird übrigens am 8. März 2019 in Wachtberg bei Bonn noch einmal gespielt.

Die Niederlagen


Als Niederlage muss ich sicherlich verbuchen, dass mein Crowdfunding-Projekt zur Finanzierung des Hörbuchs zu »Tote Models nerven nur« nicht sein Fundingziel erreicht hat. Allerdings lassen 25 Unterstützer, die € 855 zusammen gebracht haben, diese Niederlage nicht so groß werden und machen Hoffnung, es irgendwann noch einmal angehen zu können.
Diejenigen, die meinen Blog verfolgen und mich kennen, wissen, dass ich schon teilweise mit meinen Buchverkäufen hadere. Sie entwickeln sich, aber der erhoffte Durchbruch ist nicht gekommen. Bei den Startverkäufen zu »Wunschleben« bin ich eher enttäuscht. Die Meinungen der Leser sind überwältigend, aber die Verkaufszahlen bleiben doch hinter den anderen Büchern zurück. Es mag aber daran liegen, dass die Mühlen im Verlagsgeschäft langsamer mahlen.
Mein Workshop-Angebot bei der edtion Oberkassel zum Selfpublishing hat auch leider bisher nicht die Mindestzahl an Interessenten erreicht. Aber nächstes Jahr gibt es wieder eine Chance.

Neue Türchen


Mein kommendes Kabarettprogramm

Mein kommendes Kabarettprogramm

Zu einem Jahr der Umbrüche gehört es, dass sich Perspektiven ändern und neue Möglichkeiten sichtbar werden. Eine ganz große Tür hat mir in diesem Jahr gezeigt, dass die Bühne mein Ding ist und ich auf jeden Fall den Weg dorthin forcieren möchte. Daher bezeichne ich mich fortan als Kabarettistin & Autorin. Die ersten Termine für mein Kabarettsoloprogramm sind bereits vereinbart. Am 24. Februar 2019 wird es in Mönchengladbach seine Premiere haben. Ich bin gespannt, was mich hinter dieser Tür erwarten wird.
Aber auch die Autorin Vera Nentwich geht ihren Weg konsequent weiter. Mit »Wunschleben« haben mich Menschen bemerkt, die bisher von mir als Autorin nichts wussten. Auch dadurch werden sich neue Möglichkeiten ergeben. Ich freue mich darauf.

Und 2019?


Nach den Umbrüchen des Jahres 2018 heißt es, den Schwung aufnehmen und den Weg gehen. Die Arbeiten an Biene-Hagen-Teil 5 habe ich begonnen. Das Kabarettprogramm wird starten. Und wenn meine gute Freundin dies liest, möchte ich ihr zurufen: »2019 wird mein Jahr!«

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