Muss man jedes Interview beantworten?

Muss man jedes Interview beantworten?
Interview Marketing 6 Kommentare

Jemand möchte mich interviewen. Welch tolles Gefühl löst das aus. Da interessiert sich ein wildfremder Mensch für mich, möchte Dinge von mir erfahren. Das ist wirklich toll. Nie hätte ich gedacht, dass ich mal an den Punkt käme, an dem ich mich frage, ob ich nicht immer dasselbe erzähle.

Sollte nicht jedes Interview einzigartig sein?


Vor einiger Zeit hatte ich die Idee, bekanntere Persönlichkeiten, gemeinhin als Stars bezeichnet, zu fragen, wie es für sie war, ein Buch zu veröffentlichen. Optimistisch, wie ich bin, war ich der Meinung, man würde mir bereitwillig Auskunft geben. Ich schrieb also diverse Personen bzw. deren Management an. Es gab kaum Resonanz und wenn, waren es Absagen. Das Management von Dieter Nuhr rief mich sogar an und sagte, dass es ihm leidtun würde, meiner Interviewanfrage nicht nachkommen zu können, aber diese Fragen hätte er schon mehrfach beantwortet und er wolle sich nicht wiederholen. Natürlich wirft dies Fragen an die Originalität meiner Fragestellungen auf, aber es machte mich auch auf eine Problematik aufmerksam, die ich zuerst nicht nachvollziehen konnte. Man wiederholt sich ständig. Läuft man dann nicht Gefahr, die Menschen zu langweilen? Und hat man nicht auch den Interviewern gegenüber eine Verantwortung, ihnen eine gewisse Exklusivität zu geben?

Den Überblick über die eigenen Interviews behalten


Diese Stars haben ein Management, dass den Überblick über Aussagen und Interviews ihrer Schützlinge behält. Ich habe das nicht. Es ist also angebracht, mich genau zu merken, wo ich wann was gesagt habe. Nicht dass ich eines Tages in einer Talkshow sitze und man mich mit Zitaten konfrontiert, von denen ich gar nicht weiß. Zugegeben, die Gefahr ist nicht so hoch, aber einen Überblick zu behalten ist dennoch wichtig. Meine Blogparade zum Autorenmarketing zeigt ja auch, dass Leser gerne etwas mehr Einblicke in die Autorin als Mensch hätten. Da ist es schon wichtig, Interviewwünsche und Fragebögen zu beantworten. Alle Aussagen sollten aber zueinander passen, um ein konsistentes Bild abzugeben. Ich habe glücklicherweise einige meiner bisherigen Interviews in meiner Liste der schönen Momente aufgeführt. Aber ich befürchte, es sind nicht alle. Gerade im Rahmen diverser Blogaktionen, wie den Liebster Award, gibt man schnell mal ein paar Antworten, die man dann vergisst. Jetzt erreichte mich gerade zum Liebster Award eine neue Nominierung. Ich habe zuerst gezögert, ob ich die Fragen beantworten soll, weil ich doch schon mal daran teilgenommen habe, aber, wie oben schon beschrieben, ich finde es toll, wenn sich jemand für mich und mein Tun interessiert. Also werde ich die Fragen beantworten und mir versuchen zu merken, was ich heute sage.

Fragen von Anna Thur zum Liebster Award


Hier sind also nun die Fragen, die Anna Thur im Rahmen des Liebster Awards gestellt hat. Es sind definitiv Fragen, die ich noch nicht gestellt bekommen habe. Also erfahrt ihr jetzt Neues über mich.

Anna:
Du richtest ein ganz besonderes Dinner aus. Welche fiktiven Charaktere aus Büchern, Filmen oder Serien lädst Du ein?

Ich:
Da würde ich mir gerne ein paar charismatische Herren einladen, auch wenn ich ein wenig Angst hätte, dass das Ambiente meiner kleinen Wohnung dafür vielleicht nicht angemessen genug wäre. Also, James Bond käme auf die Gästeliste, Captain Picard und Captain Janeway auch - ja, ich bin Star-Trek-Fan - , dazu dann vielleicht noch Doctor Sheppard »McDreamy« aus Grey's Anatomy. Die beste Freundin von allen müsste aber dann auch dabei sein dürfen. Das wär’s. Für mehr als sechs Personen habe ich kein Geschirr.

Anna:
Oder doch lieber reale Personen?

Ich:
Ich liebe es, Freunde zum Dinner einzuladen. Das mache ich mehrmals im Jahr.

Anna:
Was gibt es zu essen?

Ich:
Wahrscheinlich das, was ich beim Silvester-Dinner gemacht habe. Da bin ich gerade in Übung. Also, als Vorspeise Käse-Bacon-Päckchen auf karamellisierten Birnen, ein Erbsenschaumsüppchen mit Gemüse-Julienne, Entenbrust in Sesamkruste auf scharfem Rotkohl mit Schupfnudeln und als Dessert ein Orangen-Tiramisu.

Anna:
Wer sticht an diesem Abend heraus und warum?

Ich:
Da befürchte ich, dass ich das sein werde. Ich unterhalte eben gerne.

Anna:
Wie endet der Abend?

Ich:
Leider tut es das irgendwann. Wahrscheinlich wird er enden, weil auch die größte Kiste Wein irgendwann leer sein wird, wir deshalb aus den intensiven Gesprächen aufschrecken und feststellen, dass es schon fast Morgen ist.

Anna:
Was machst Du, wenn Du mal nicht kreativ sein kannst, wie tankst Du wieder auf?

Ich:
In solchen Momenten gehe ich eine Runde um den Block, wie man das bei uns so sagt. Manchmal hilft es auch, einfach nur in der Wohnung auf und ab zu gehen. Bewegung jeder Art, auch Auto fahren, hilft, die Ideen wieder sprudeln zu lassen.

Anna:
Es gibt Leute, die schreiben ihre Ideen auf Zettel und packen sie in eine Box. Wie sammelst Du Deine Ideen?

Ich:
Als Freundin moderner Technik notiere ich sie elektronisch, zumeist in Evernote.

Anna:
Stell Dir vor: Wie bist Du mit 70?

Ich:
Muss ich mir das wirklich vorstellen? Ich hoffe, ich werde nicht viel anders sein als jetzt. Jedenfalls will ich mir nicht vorstellen, alt und gebrechlich zu sein.

Anna:
Was wolltest Du als Kind werden?

Ich:
Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Ich hatte sehr lange keine konkrete Vorstellung, sondern bin größtenteils dem Fluss des Lebens gefolgt.

Anna:
Du hast einen Wunsch frei: Was wünschst Du Dir?

Ich:
Ich möchte immer Glück bei dem empfinden, was ich tue.

Anna:
Was planst Du für Deinen Blog für die nächsten 12 Monate?

Ich:
In den letzten Monaten habe ich viel daran gearbeitet, meinen Blog auf ein solides Fundament zu stellen und ich glaube, es ist mir ganz gut gelungen. Ich bin jedenfalls gerade ziemlich stolz darauf. Nun heißt es, ihn aktiv mit Leben zu füllen. Mein Hauptaugenmerk liegt aber nun auf meinem nächsten Buch, das noch in diesem Halbjahr fertig werden soll.


Ich weiß, dass ich im Rahmen des Liebster Awards nun weitere Blogger nominieren müsste. Da ich dies aber bereits einmal getan habe und wahrscheinlich alle, die ich so kenne, ebenfalls schon nominiert waren, verzichte ich darauf. Sollte aber jemand von euch Interesse haben, von mir Fragen gestellt zu bekommen, dann einfach melden. Ich beantworte nämlich nicht nur gerne Fragen. Ich mag es auch, sie zu stellen.

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6 Kommentare Muss man jedes Interview beantworten?
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  • Interview

    Liebe Vera,

    freut mich, dass Dir die Fragen Lust gemacht haben, zu antworten. Es ist ja auch immer wieder ein Risiko Fragen zu stellen ;)

    Dein Dinner stelle ich mir sehr spannend vor und bestimmt hättest Du danach eine Menge Stoff für das nächste Jahr Blog. Im Ernst: Es ist definitiv so, dass es ein gutes Blogfundament braucht, aber dann auch das Material, um ihn lebendig zu halten. Dafür wünsche ich Dir gutes Gelingen und toitoitoi für Dein Buch.

    Herzlichen Gruß

    Anna

    • Interview

      Hallo Anna,

      deine Fragen sind auch originell. Da macht es Spaß zu antworten.

      Sollte es zu dem Dinner kommen, werde ich berichten. :-))

      Herzlichen Gruß,

      Vera

    • Muss man jedes Interview...

      Hallo Vera,

      sich in Interviews nicht zu wiederholen, ist wirklich ein Problem. Ich interviewe ja nun jede Woche jemanden. Dabei versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen, wo der Betreffende schon interviewt und was dort gefragt wurde. Ok, Fragen nach dem aktuellen und dem gerade in Arbeit befindlichen Buch geht immer. Aber sonst versuche ich schon, nicht die gleichen Fragen zu stellen. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn der Autor eine Liste seiner Interviews veröffentlicht :-) Würde ich als Autor immer machen. Zeigt doch auch, wie interessant man ist :-)

      Viele Grüße

      Ann-Bettina

      • Muss man jedes Interview...

        Hallo Ann-Bettina,

        genügt meine Erwähnung in der Liste der schönen Momente oder würdest du noch eine gesonderte Liste erwarten?

        Herzlichen Gruß,

        Vera

      • Kommentar

        Ich glaube nicht, dass jedes Interview für sich exklusiv sein muss.

        Natürlich wäre es schön, wenn es so wäre.

        Aber ich denke mir immer, es lesen/hören/sehen ja nicht alle Menschen alle Medien.

        Jede/r Zeitung/Fernsehsender/Radiostation hat sein eigenes Publikum. Und wenn man seine wichtigsten Aussagen wiederholt, haben mehr Menschen die Chance damit erreicht zu werden.

        • Kommentar

          Hallo Sandra,

          du hast recht, denn es lässt sich gar nicht vermeiden, dass immer wieder die gleichen Fragen kommen. Ich fand es nur interessant, das berühmtere Menschen als ich, durchaus Interviews ablehnen, wenn sie nicht originell genug sind. Aber soweit bin ich noch lange nicht. :-)

          Herzlichen Gruß,

          Vera

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